Leben und Tod

Oh, oh, da kommt was auf uns zu.

Das Sozialentwicklungsland Nr. 1 hat einen neuen Kriegsgegner ausgemacht:

‘We Will Soon Be in a Post-Antibiotic Era’

so die US-amerikanische Behörde CDC, in etwa vergleichbar mit unserem Gesundheitsamt. Dumm nur, daß der Gegner für Drohnen, Bomben und selbst Kugeln zu klein ist. Und daß ihm Hautfarbe, Schulbildung und sozialer Status total am nicht vorhandenen Arsch vorbei geht.

Die Rede ist von Antibiotika-resistenten Keimen.

Otto-Normal-Bürger kennt auch hierzulande den Begriff MRSA, aber inzwischen haben die kleinen Stinker aufgerüstet und machen den Medizinern sowie betroffenen Patienten das Leben schwer; manchmal – und leider immer öfter – so nachhaltig, daß letzteres schlußendlich ausgehaucht wird. Wenn es auch nur Schätzzahlen gibt, denn die Toten werden nicht gesondert registriert,  gestorben wird daran definitiv und das nicht wenig!

Inzwischen haben wir es mit ESBL zu tun, CRE, VRE, VRSA, resistenten Stämmen von Acinetobacter, Pseudomonas aeroginosa, Campylobacter, Salmonellen, Shigellen, Candida, Clostridien, Tuberculose, selbst Gonorrhoe. Die Liste liesse sich fortsetzen.

Kurz: Wir werden alle störben!

Das ist natürlich alles andere als witzig und ich fühle mit allen betroffenen Patienten mit. Als Krankenpfleger natürlich auch mit den Pflegekräften, die ständig in Schutzbekleidung die Patienten versorgen und dabei im eigenen Saft kochen. Wirklich kein Zuckerschlecken kann ich euch sagen.

Aber so traurig das alles ist, es ist die Folge der menschlichen Dummheit. Anzunehmen, daß ein Mittel alle Probleme löst ist so töricht wie kurzsichtig. Antibiotika sind allgegenwärtig, werden selbst für kleine Infektionen verschwenderisch ausgegeben und ermöglichen nicht zuletzt unseren dekadenten Lebenswandel, siehe Massentierhaltung.

Anders als in der Schöpfungsgeschichte ist es eben nicht so, daß der Mensch auf die Bühne tritt und gut ist. Die Evolution hat nie aufgehört zu existieren! Sie spielt halt auf Zeit.
Die Entwicklung eines um 360° beweglichen Handy-Daumens werden wir sicher nicht mehr erleben. Aber bei weniger komplexen Organismen mit einer hohen Reproduktionsrate geht das dann doch um einiges schneller. Die Folgen spüren wir sprichwörtlich am eigenen Leib.

Und dann steht er da, der tumbe Mensch und ist völlig fassungslos, wie die Natur diesem ach so göttlichen Wesen, der Krone der Schöpfung, mal eben zeigt, wo der Hammer hängt.

Fazit:
Es gibt kein Allheilmittel. Es gibt keine Sicherheit vor Krankheit und Tod. Ich kann mich nicht auf einen Mediziner oder ein sonstwie geartetes höheres Wesen verlassen. Und genau das sollte mich davor bewahren, mein kostbares Leben leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Genauso wenig sollte ich den Fehler machen und aus Angst vor dem Tod aufhören zu leben. Denn das ist meine Aufgabe:

Leben!

kiddyQuelle: flickr (CC: by Christoph Staudinger)

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