Eyeopeness

Der Internetgeneration Beatboxing erklären zu wollen, hieße Eulen nach Athen tragen. Aber vielleicht lesen hier ja auch Zeitgenossen, für die CD noch eine Seife war.

Seine Anfänge nahm die ganze Geschichte in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts mit dem Aufkommen der ersten Drumcomputer (engl. Beatbox) zur synthetischen Erzeugung von Instrumentenklängen. Da diese Musik durch die seinerzeit ebenfalls populären Ghettoblaster überall präsent war, wollten die kreativen Kids natürlich auch mitmischen und ihre eigenen Ideen umsetzen. Einziges Problem war der für damalige Verhältnisse hohe Preis.

Der Klassiker: Roland TR 808
Quelle: Wikipedia

Knapp bei Kasse, aber clever setzten sie Jimmy Cliffs Zitat „You can get it, if you really want“ um und produzierten die notwendigen Sounds mit dem, was da war bzw. wenig kostete: Ghettoblaster, Mikro und die eigene Stimme. Alles weitere ist Geschichte. Rap und Hip-Hop sind mittlerweile eigenständige Musikformen.

„Aber wieso schwafelst du hier lang und breit über uralten Mist der keinen interessiert?“,  höre ich meinen zwölfjährigen Sohn fragen.

Weil ich wieder mal völlig fasziniert davon bin, was mit den heutigen technischen Möglichkeiten und eigenem Talent alles machbar ist. Der Drumcomputer von damals ist mittlerweile ein Sampler und Beatboxing hat sich in der Jugendkultur fest etabliert.

Der Musiker, über den ich hier schreibe, nennt sich MC Xander, ist 1983 geboren, hat seinen Batchelor of Arts in „Commercial Music“ an der Westminster University gemacht und jobbte als Resident MC (für die älteren: festangestellter Zermonienmeister) in London. Dort hat er sich mit seinen Fähigkeiten schnell einen Namen gemacht. Später begann er, als Solo-Künstler aufzutreten. Dazu gehören auch immer wieder Vorstellungen mit Minimal-Equipment in den Fußgängerzonen größerer Städte, wie London, Berlin oder Amsterdam.

Sein erstes Album „Eyeopeness“ ist seit Februar 2011 auf dem Markt. Wer auf Dancehall, Reggae, Dubstep oder Drum’n’Bass steht sollte unbedingt zugreifen, denn zu den 11 Tracks wird die Gänsehaut kostenlos beigelegt.

Als Beispiele hier die Titel „Spaceship Earth“, „Sick of the Lies“ und mein derzeitiger Favorit „Gnosis“. Besonders in den ersten zwei Videos bekommt man einen Eindruck, wie seine Stücke entstehen. Immer daran denken: alles nur Stimme, Mikro und ein bißchen Technik! Und bitte nicht wundern, wenn eure halbwüchsigen Söhne plötzlich Dreadlocks tragen wollen…



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