Haiku

Quelle: Flickr

Das traditionelle japanische Haiku gilt laut Wikipedia als weltweit kürzeste Gedichtform. Es besteht meist aus drei Wortgruppen von 5 – 7 – 5 Lauteinheiten. Analog dazu wurden und werden im Deutschen die entsprechende Anzahl Silben benutzt. In Japan findet sich oft ein starker Bezug zur Natur,  den man in diesen Gedichten durch Kigo, Wörter oder Phrasen die mit den Jahreszeiten in Verbindung gebracht werden, ähnlich einer Metapher andeutet.  Weitere wichtige Elemente sind Evidenz und Gegenwartsbezug.

Berühmte Haiku-Dichter waren unter anderem Matsuo Bashō, Yosa Buson, Kobayashi Issa und Masaoka Shiki. Letzterer prägte den Namen Haiku für die Neuzeit. Gemeinsam zählen die genannten Poeten zu den „Großen Vier“ dieser japanischen Dichtkunst.

Soviel zur Theorie…

Mich persönlich reizt diese Form, weil ich mich bemühen muss, meine Empfindungen „einzudampfen“, quasi die Essenz eines Gedichtes herzustellen, ohne den Sinn zu verstümmeln, gleichzeitig aber Platz für die Empfindungen des Lesers zu lassen. Das gelingt mir manchmal mehr, öfter allerdings weniger. Auch auf die Gefahr hin, nicht jeden Geschmack zu treffen, lasse ich mir die Lust an diesen kleinen, großen Gedichten nicht nehmen. Das folgende Beispiel passt besonders gut zur Jahreszeit:

Quelle: Flickr

Augenblick

Neben mir der Freund
blauer Himmel über mir

 Kirschblütenwolken

                                                                                                  A.S., Jungingen 2007

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