Here comes the Flood

Draußen ist der bislang wärmste Tag des jungen Jahres. Ich höre die Vögel durch die offene Balkontür um die Wette zwitschern. Eigentlich schon genug gute Gründe, um mit einem breiten Grinsen vor die Tür zu treten und bei einem ausgedehnten Spaziergang die vorsichtig erwachende Natur zu entdecken.

Aus unerklärlichen Gründen bin ich melancholisch. Leichter berührt als sonst, manchmal den Tränen nah. Für solche Stimmungen empfehle ich ein ganz besonderes Juwel. Eine kostbare Pretiose aus dem reichen Fundus Peter Gabriels. Der Reifung des Interpreten geschuldeten mehrfachen Änderung dieses Stückes halte ich persönlich die hier verlinkte Version, in ihrer minimalistisch instrumentierten Form, für schlichtweg genial.

In einem Interview erklärte Gabriel, wie er dieses Stück schuf: „Es schrieb sich selbst“, während er bei einem Spaziergang in der Selbstfindungsphase nach der Trennung von Genesis in einem Moment der Inspiration hinter seinem Haus in England mit geschlossenen Augen einen Hügel hinunter lief.

Er beschreibt darin die Vorstellung eines Entwicklungssprunges der Menschheit, in dem wir alle in der Lage sind, die Gedanken des Anderen, der ganzen Menschheit, zu ‚hören‘; keine Möglichkeit mehr haben, zu lügen, oder dem anderen etwas vorzumachen. Weg von Trennung in „meine Familie – deine Familie (= Land, Volk, Rasse, etc.) “ hin zur Menschheit als ganzes, ohne diese – letztlich imaginäre – Trennung.

Wahrscheinlich ist es das, was mich so berührt – dass unsere Vorstellung, wir wären verschieden und getrennt so albern und kurzsichtig ist. Wir sind alle einzigartig – jeder von uns – aber wir sind uns ähnlicher und näher als wir glauben.

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