Bundes…we(h)r braucht das?

Nach dem unrühmlichen Karriereende  des Polit-Pop-Stars Karl Theodor  „KT“ zu Guttenberg  gibt es einen Nachfolger. Die Neubesetzung des Verteidigungsministers durch Thomas de Maizière ist nur konsequent. Mit welcher Geradlinigkeit und Verbissenheit gegen alle Widerstände und Warnungen aus Fachkreisen er die Einführung des  E-Personalausweis verteidigte, prädestiniert ihn geradezu für seinen neuen Job. Zu diesem Schnüffelinstrument noch aus den Zeiten seines Vorgängers Wolfgang Schäuble liesse sich viel (schlechtes) sagen, aber zurück zum Thema:  „Bundes…we(h)r braucht das?“

Die Bundeswehr wird umstrukturiert und der Zeitpunkt ist überfällig. Mehr als 60 Jahre nach Kriegsende ist die Abschaffung der Wehrpflicht nur zu begrüßen; die damit verbundene Personalreduzierung nur logisch und ebenfalls positiv. Aber mir geht das nicht weit genug. Mal provokant gefragt:

Welchen Sinn macht eine Verteidigungsarmee ohne potentielle Bedrohung?


Quelle: Flickr

Ich höre es jetzt schon: „Sicherung der Arbeitsplätze!“
Krieg ist ein schmutziges Geschäft. Das liegt in der Natur der Dinge.  Deshalb ist man dazu übergegangen, mit „chirurgischer Präzision“ den Gegner nahezu unsichtbar zu zerstören.

Gerade die hochtechnisierte Form des Tötens macht es aber für manche noch menschenverachtender als es eh schon ist. Wie in der Schiessbude wird auf alles geschossen, was sich bewegt oder als vermeintliches Ziel dienen könnte. So geschehen und gesehen in den von Wikileaks veröffentlichten Kriegsvideos aus dem Irak. Und die technisch hoffnungslos unterlegenen Gegner haben nur durch Anschläge die Möglichkeit, größere Schäden zu verursachen und dadurch den Gegner zu schwächen.

Ich möchte mich aber weniger mit der Kriegsführung unserer amerikanischen Freunde beschäftigen. Ich will darauf hinweisen, was uns blühen könnte, wenn bei uns tatsächlich ein Krieg ausbricht. Wie jetzt? mag sich der eine oder andere fragen, wir haben doch die Bundeswehr. Jein. Laut Grundgesetz ist die Bundeswehr eine Verteidigungsarmee, d.h. es wird solange verteidigt, bis jemand kommt, der was von Krieg versteht (wer auch immer sich dafür kompetent hält).

Zunehmende Auslandseinsätze, teils gedeckt durch unsere NATO-Mitgliedschaft, humanitäre Hilfen in Form stabilisierender Maßnahmen z.B. bei der Durchführung demokratischer Wahlen und andererseits (nach meinem Verständnis) offensichtlich  politischer Winkelzüge im Falle Afghanistans bringen unsere Militärs in immer größere Bedrängnis. Die Grenze zwischen Verteidigung und Angriff verwischt mehr und mehr und der Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist selbst für sportliche Gesellen kaum zu schaffen, nämlich

  • Angriffsituationen mit Verteidigungsausrüstung zu bewerkstelligen
  • der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

Wie rechtfertige ich speziell letzteren Punkt bei Einsätzen auf dem halben Erdball. ->siehe: Auslandseinsätze der Bundeswehr. Die Aussage des ehemaligen Verteidigungsministers Peter Struck (Zitat) „Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukush verteidigt“ klingt dabei in einer kaum zu toppenden Weise zynisch. Auch wenn einige dieser Einsätze zu humanitären Zwecken statt fanden, war doch immer die Gefahr vorhanden – speziell in Krisenregionen mit militärischen Auseinandersetzungen – im Namen des deutschen Volkes  zum Teil tausende Kilometer von daheim entfernt das Leben zu lassen.

Das hat – wie der Schwabe sagt – ein „G’schmäckle“.
Was passiert?:

  • Wer keine Gegner/Aufgaben hat, sucht sich welche
  • Schleichende Umgestaltung der Bundeswehr in eine Angriffsarmee durch die Politik
  • Missbrauch zur Sicherung von Wirtschaftsinteressen (dieses Umstands wegen ist Horst Köhler zurückgetreten)
  • Verringerung der Personalstärke bei Verdopplung der Rüstungsexporte

Deshalb: Schafft die Bundeswehr gleich ganz ab!

Haben wir den Mut, nach Costa Rica der zweite ernstzunehmende Staat ohne stehende Armee zu sein, der nicht im Ernstfall von einem „Großen Bruder“ verteidigt wird. Das wäre ein mutiges Signal und ein erster Schritt.

Der Vorteil?

  • Es wird nicht mehr nur von Frieden geredet
  • Neuausrichtung unserer Kompetenzen, weg von Rüstungs- hin zu Umwelttechnik
  • Langfristig eine Reduzierung der Angst
  • Aufbauen statt Zerstören

Eine Utopie, ich weiss.
Aber ich träume von einer besseren Welt…

Quelle: Flickr



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