Ende gut, alles gut?

Ich lebe in einem freien Land.
Soviel zur Theorie.

Praktisch sieht es so aus, dass ich Menschenrechte besitze, die mir genommen werden können, oder Grundrechte, die gegebenenfalls hinter höheren Interessen zurück stehen müssen. Wenn ich also mal die rosarote Brille absetze heißt das, es gibt immer eine Instanz oder Jemanden, die/der darüber entscheidet, ob ich diese Rechte nicht nur habe sondern auch wahrnehmen kann und darf. Überhaupt scheint es bei dem Bemühen, den Anschein von für alle geltende universale Rechte  zu wahren, hauptsächlich darum zu gehen, die breite Masse der Bevölkerung in trügerischer Sicherheit zu wiegen.

In der Freiheit gibt es keine Sicherheit.
Bestenfalls kalkulierbares Risiko, mit der Option des Scheiterns.

Freiheit, so wie ich sie mir vorstelle, ist in erster Linie eine Entscheidung des Geistes. Es liegt an mir, ob ich überall Grenzen oder unendliche Möglichkeiten sehe. Und dann gibt es da noch die äußeren Umstände, die mir die innere Freiheit mehr oder weniger einschränken können.

Artikel 1 des Grundgestzes garantiert mir die Menschenwürde, Artikel 2, GG das Recht auf Leben. Und obwohl dieser Sachverhalt relativ klar und deutlich ist, gilt es auch heute noch als Tabu, wenn ein Bürger dieses Landes über einen bestimmten Abschnitt seines Lebens selbst betimmen möchte – seinen Tod.

Der folgende link beleuchtet dieses Thema, stellt Fragen, regt an zur Diskussion und möchte überkommene Ansichten möglichst offen und neutral zur Disposition stellen.

“Selbstbestimmtes Sterben – Mein Tod gehört mir”

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Leben und Tod

Oh, oh, da kommt was auf uns zu.

Das Sozialentwicklungsland Nr. 1 hat einen neuen Kriegsgegner ausgemacht:

‘We Will Soon Be in a Post-Antibiotic Era’

so die US-amerikanische Behörde CDC, in etwa vergleichbar mit unserem Gesundheitsamt. Dumm nur, daß der Gegner für Drohnen, Bomben und selbst Kugeln zu klein ist. Und daß ihm Hautfarbe, Schulbildung und sozialer Status total am nicht vorhandenen Arsch vorbei geht.

Die Rede ist von Antibiotika-resistenten Keimen.

Otto-Normal-Bürger kennt auch hierzulande den Begriff MRSA, aber inzwischen haben die kleinen Stinker aufgerüstet und machen den Medizinern sowie betroffenen Patienten das Leben schwer; manchmal – und leider immer öfter – so nachhaltig, daß letzteres schlußendlich ausgehaucht wird. Wenn es auch nur Schätzzahlen gibt, denn die Toten werden nicht gesondert registriert,  gestorben wird daran definitiv und das nicht wenig!

Inzwischen haben wir es mit ESBL zu tun, CRE, VRE, VRSA, resistenten Stämmen von Acinetobacter, Pseudomonas aeroginosa, Campylobacter, Salmonellen, Shigellen, Candida, Clostridien, Tuberculose, selbst Gonorrhoe. Die Liste liesse sich fortsetzen.

Kurz: Wir werden alle störben!

Das ist natürlich alles andere als witzig und ich fühle mit allen betroffenen Patienten mit. Als Krankenpfleger natürlich auch mit den Pflegekräften, die ständig in Schutzbekleidung die Patienten versorgen und dabei im eigenen Saft kochen. Wirklich kein Zuckerschlecken kann ich euch sagen.

Aber so traurig das alles ist, es ist die Folge der menschlichen Dummheit. Anzunehmen, daß ein Mittel alle Probleme löst ist so töricht wie kurzsichtig. Antibiotika sind allgegenwärtig, werden selbst für kleine Infektionen verschwenderisch ausgegeben und ermöglichen nicht zuletzt unseren dekadenten Lebenswandel, siehe Massentierhaltung.

Anders als in der Schöpfungsgeschichte ist es eben nicht so, daß der Mensch auf die Bühne tritt und gut ist. Die Evolution hat nie aufgehört zu existieren! Sie spielt halt auf Zeit.
Die Entwicklung eines um 360° beweglichen Handy-Daumens werden wir sicher nicht mehr erleben. Aber bei weniger komplexen Organismen mit einer hohen Reproduktionsrate geht das dann doch um einiges schneller. Die Folgen spüren wir sprichwörtlich am eigenen Leib.

Und dann steht er da, der tumbe Mensch und ist völlig fassungslos, wie die Natur diesem ach so göttlichen Wesen, der Krone der Schöpfung, mal eben zeigt, wo der Hammer hängt.

Fazit:
Es gibt kein Allheilmittel. Es gibt keine Sicherheit vor Krankheit und Tod. Ich kann mich nicht auf einen Mediziner oder ein sonstwie geartetes höheres Wesen verlassen. Und genau das sollte mich davor bewahren, mein kostbares Leben leichtfertig aufs Spiel zu setzen. Genauso wenig sollte ich den Fehler machen und aus Angst vor dem Tod aufhören zu leben. Denn das ist meine Aufgabe:

Leben!

kiddyQuelle: flickr (CC: by Christoph Staudinger)

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(Lebens)Kunst

Laut Wikipedia ist Kunst das Ergebnis eines kreativen Prozesses und ein menschliches Kulturprodukt. Mitunter ist es der Prozess selbst, der als Kunst bezeichnet wird. Der Artikel darüber ist lang und ausführlich…

Wie auch immer: Sie ist etwas zutiefst subjektives und immer mit Gefühlen verbunden.

“Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind. Wir sehen sie, wie wir sind.”
Anais Nin

Mir gefallen Künstler, die sich mit der Vergänglichkeit, der steten Veränderung aller Dinge beschäftigen und dabei die Natur mit einbeziehen.

Und da sich über Geschmack trefflich streiten lässt, es aber sinnlos ist, weil Energieverschwendung, zeige ich hier einge Videos von Künstlern, deren Arbeit ich besonders mag. Ohne auch nur den Hauch eines Anspruches  auf Vollständigkeit.

Tony Plant

Jim Denevan

Andy Goldsworthy

 

Anthony Howe

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Wunderlich und sonderbar

PferdekopfnebelQuelle: Pixabay, Lizenz: public domain image

Älter werden hat nicht nur Nachteile.

Das schöne daran ist, dass man scheinbare Dummheiten begehen kann und darf, denen mit einem Kopfschütteln oder Lächeln begegnet wird, die darüber hinaus aber keinen weiteren Widerstand auslösen.

Eine dieser Dummheiten ist mein Glaube und die daran angeknüpfte Hoffnung, dass sich in naher Zukunft etwas erschütterndes ereignet; etwas, dass alle unsere überkommenen Glaubenssätze über den Haufen werfen wird.

Und dieses erschütternde Ereignis ist nichts negatives. Jedenfalls nicht im eigentlichen Sinne. Es könnte schlimmstenfalls dazu führen, dass die bisherigen Strukturen auseinander brechen, sich auflösen und neu strukturieren müssen und dass die Verfechter dieser alten verkrusteten Strukturen alles in ihrer Macht stehende unternehmen werden, um diesen Wandel hinaus zu zögern.

Verhindern lässt es sich nicht, das wäre widernatürlich. Dass Leben lehrt uns, dass alles vergehen, sich verändern muss. Ansonsten ist es tot.

Das Jahr 2012 wurde gehyped als das Ende der Welt. Das war es natürlich nicht. Ich glaube allerdings, dass es der Anfang für etwas Neues war. Das, was zum Untergang verurteilt ist, sind die bisherigen Verhältnisse: Der Machtmissbrauch durch einige wenige und die Ausbeutung und Vernichtung eines gesamten Planeten samt seiner Bewohner.

Was diese Machtinhaber nicht verstehen wollen ist, dass sie ebenso Bewohner dieser wunderschönen, blauen Murmel im Ozean des Universums sind und sich selbst das Wasser abgraben als gäbe es kein Morgen. Unterstützt werden diese Verhältnisse eigentlich immer mit Gewalt, entweder durch Staatsorgane wie Polizei und Rechtsprechung oder durch Militär.

Ironischerweise hat gerade letzere Institution ein Medium installiert, dass sich zum Bumerang gegen die etablierten Machtstrukturen entwickelt hat: das Internet.

Wissen ist jetzt für viele erreichbar. Informationen verbreiten sich mit atemberaubender Geschwindigkeit über den gesamten Globus. Und selbst Zensurversuche der Machthaber werden immer wieder von findigen Tüftlern umgangen.

Die Zeit ist reif für etwas weltbewegendes. Für ein neues, anderes Denken über den Tellerrand hinaus.

Die Wahrheit ist wie die Sonne. Du kannst Fenster und Türen eine zeitlang vor ihr verschließen, aber sie ist immer noch da.

Stets gab es Menschen, die ungeheuerliches, weltveränderndes gedacht haben, über den Tellerrand hinaus. Und immer wurden diese Menschen unterdrückt, verleugnet, getötet oder anderweitig zum schweigen gebracht. Denn immer waren (und sind) mit diesem Denken die Interessen der Machthaber bedroht.

Es gibt auch heute Menschen, die anders denken. Altes in Frage stellen. Einer davon ist Mehran Tavakoli Keshe, der die Physik revolutionieren will. Auf seiner Seite www.keshefoundation.org  stellt er seine Ideen vor. Nicht zu seinem eigenen Vorteil, sondern für alle Menschen dieser Erde und zu deren Nutzen.

Ein anderer ist Steven Greer, der mit seinem Disclosure-Projekt die Welt über unbequeme und seit Jahrzehnten unterdrückte Wahrheiten informieren und die Bevölkerung zu einer Veränderung des Denkens und Verhaltens führen möchte. Sein durch Crowdfunding finanzierter Film “Sirius” wird am 22.04. diesen Jahres veröffentlicht.

 

Dies sind nur zwei Möglichkeiten, das eigene Denken und vielleicht sich selbst in Frage zu stellen. Und wem das zu weltfremd ist, kein Problem – ich bin alt und manchmal rede und verbreite ich dummes Zeug. ‘Sonderlich und wunderbar’ war doch der Titel. Oder etwa anders herum? Was weiß ich denn schon.

Also Lächeln und/oder Kopfschütteln.

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Einfachheit, Güte, Mitgefühl

Laozi (Lao-Tzu, Lao-Tse), ein legendärer chinesischer Philosoph der vermutlich nie existierte, hat uns mit dem Daodejing (Tao Te King) einen vielzitierten Text hinterlassen, der neben dem Zhuangzi zu den grundlegenden Schriften des Daoismus zählt.
Der Daoismus wiederum gehört neben Konfuzianismus und (Chan-) Buddhismus zu den drei großen Lehren die China geprägt und sich gegenseitig beeinflusst, befruchtet und ergänzt haben. Über jeden der sechs hier verlinkten Begriffe ließe sich eine eigene Website betreiben, wonach mir allerdings nicht der Sinn steht (und mir obendrein das nötige Hintergrundwissen fehlt).

Viel lieber zitiere ich Laozi aus dem berühmten Daodejing. Kurzen, tiefen Texten oder Sprüchen, die Raum zum Denken lassen, gehört meine tiefe Zuneigung.

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Einfachheit, Geduld, Mitgefühl.
Diese drei sind unsere größten Schätze.
Einfach in Körper und Geist,
kehrst du zur Quelle des Seins zurück.
Geduldig mit Freund und Feind,
fließt du mit den Dingen.
Im Mitgefühl für dich selber,
versöhnst du alle Wesen dieser Welt.

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Und weil ich es so passend finde, hier zum Abschluß ein Satz aus dem Zhuangzi:

Ein Weg vollendet sich beim Gehen.

Ruhe, StillePublic Domain; Quelle: pixabay

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Schatzsuche – Mission accomplished!

Ich bin immer wieder vom Internet begeistert. Wenn mir auch in steter Regelmäßigkeit  Nachrichten frei Haus geliefert werden, über die ich mich maßlos aufrege, versöhnt es mich andererseits mit Schätzen, die sich sonst nirgendwo entdecken lassen. Wie diesen hier:

Celia Pavey

Diese junge, rothaarige Folksängerin hat alles, was einen kommenden Shooting-Star aus macht. Sie ist hübsch, wirkt zerbrechlich, kann Gitarre spielen und ist obendrein das, was man eine klassische Landpomeranze nennt. Gebürtig aus Forbes,  einem 7000 Seelen-Kaff in Down-Under und mit einer Stimme gesegnet, die den Vergleich mit wesentlich bekannteren Größen des Musikzirkus nicht scheuen muss.  Ganz im Gegenteil. Noch ist keine CD veröffentlicht, bei diesem Talent beinahe unglaublich, sollte dies aber nachgeholt werden, dann müssen sich einige Damen und Herren warm anziehen.

Ob und wann das passiert steht allerdings in den Sternen. Bis jetzt existiert lediglich ein Youtube-Channel und eine Facebook-Seite, wo der interessierte Hörer ihren Cover-Versionen und selbst komponierten Stücken lauschen kann. Als sei dies noch nicht genug, singt sie dort mit ihrer Schwester Emily, ebenfalls sehr gut bei Stimme. Man darf gespannt sein, ob wir hier den Aufstieg des kommenden australischen Musik-Exportschlagers nach Kylie Minogue, John Farnham und Olivia Newton-John beobachten dürfen.
Zu wünschen wäre es ihr.

Als Appetithäppchen hier ihr Stück “Candle in the night” - aus australischen Landen frisch auf den Tisch:

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Gedenken oder lieber Denken

Heute ist mir nach Provokation zu Mute.

Gestern war ja Halloween (oder Samhain, wie die “Heiden” sagen). Kinder sind auf der Jagd nach Süßigkeiten oder anderer Beute und erschrecken bei Nichterfolg die deswegen angesprochenen Mitmenschen.
(Junge) Erwachsene verlegen hingegen diese “Belohnungen” in den Bereich der Ausschweifungen Alkohol und/oder Sex anderer Art, was mitunter nicht weniger erschreckend ist.

Das alles ist ziemlich verrückt, wenn auch das Verkleiden zugegebenermaßen eine prima Sache ist, anonym die Sau rauszulassen. Karneval ist ja auch schon wieder so elend lange her und bis zum 11.11.  ist es noch so lange hin.
Das kann man mögen, muß man aber nicht.
Es ist jedenfalls nicht schlechter oder besser als das, was ich heute erlebt habe.

Zum geschichtlichen Hintergrund:
Der Tag nach Halloween wurde im siebten Jahrhundert nach Jehoschua dem Gesalbten  von Papst Bonifatius IV. erfunden, Allerheiligen genannt und – nach dem ursprünglich Termin im Mai – in den November verlegt, um das zeitgleich stattfindende heidnische Fest zu verdrängen.

Da es sich also um das Gedenken an verstorbene Heilige handelt, hat das ganze einen eher morbiden Charakter und wird traditionell von strammen Kirchgängern und insbesondere der älteren Generation gefeiert (es kann ja nicht schaden, als ein mit der Ursünde behaftetes Individuum schon mal zu Lebzeiten “drüben” gutes Wetter zu machen…).

Warum man dazu allerdings auf den Friedhof geht, will sich mir nicht so recht erschließen, immerhin ist der Gedenktag an die verstorbenen Angehörigen Allerseelen (einen Tag später) oder Totensonntag und der findet ca. vier Wochen vor Weihnachten statt.

Allem Anschein nach haben unseren älteren Mitbürger ein ebenso großes Bedürfnis nach gemeinsamen Feierlichkeiten  wie die jungen Leute.

Wie anders ist es sonst zu erklären, dass sich heute ein nicht enden wollender Autokorso an der Friedhofsmauer aufgereiht hatte und darüber hinaus etliche Wagen auf der Suche nach Parkplätzen den Verkehr behinderten, als gäbe dort Hansi Hinterseer ein kostenloses Open-Air-Konzert?

Hat wahrscheinlich mit der Jahreszeit zu tun: zu trüb, düster, diesig, traurig, bedeckt, schwer, depressiv. Jemand sollte am Eingang stehen und die Menschen daran erinnern, an Stelle des Todes das Leben zu feiern.

Insofern – und nur aus diesem Grund – hat Halloween meine Stimme.

Quelle: Flickr – CC: by-sa Miala

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